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Aktuelles aus Württemberg

 

 20. Mai 1919 - 20. Mai 2019

100-jährigen Gültigkeit der württembergischen Verfassung

 

Festschrift zur württembergischen Verfassung vom 20. Mai 1919

20-05-219-V FVW0002

Die neue württembergische Verfassung wurde am 26. April 1919 verabschiedet und trat am 20. Mai 1919 in Kraft.

 Sitzung der Staatsregierung Württembergs, Dienstag, den 20. Mai 1919

 

Beginn 17:00 Uhr

Anwesend: Staatspräsident Blos als Vorsitzender, Minister des Kriegswesen Herrmann, Minister des Kirchen- Schulwesen Heymann, Minister des Justizwesen Dr. von Kiene, Minister des Innern Dr. Lindemann, Arbeitsminister Schlicke, Ministerialdirektor Erlenmeyer, Schriftführer Oberamtmann Cloß.

 

II Entwurf eines Gesetzes betreffend eine Übergangsbestimmung zur Verfassungsurkunde

Herr Staatspräsident Blos trägt des Gesetz (Übergangsgesetz vom 23. Juni 1919 Reg.Bl.Württ. 1919, S.111-113) mit Begründung vor. Das Kollegium erklärt sich mit dem Gesetz einverstanden.

 

III Verfassungsurkunde

Herr Minister Linde erklärt: Die Verfassungsurkunde müsse sofort veröffentlicht werden, allgemein sei man unzufrieden darüber, daß die längst verabschiedete (26. April 1919) Verfassungsurkunde noch nicht veröffentlicht werde.

 

Regierungsblatt Nr. 14 für Württemberg

Ausgegeben Stuttgart, Freitag, den 23 Mai 1919.

Inhalt:

Verfassungsurkunde des freien Volksstaates Württemberg Vom 20. Mai 1919 S. 85.

Verfassung1919

Wilhelm Blos schrieb später über die Entstehung des Volksstaats:

„Am 9. November 1918 trug mich die Woge einer gewaltigen Revolution an die Spitze der neuen württembergischen Regierung, wo ich bis zum 23. Juni 1920 verblieb. Nachdem sich alle Verhältnisse aufgelöst hatten, galt es, das Land von der drohenden Anarchie und der Diktatur einer gewalttätigen Minderheit zu bewahren. Auf den Trümmern einer alten Monarchie war eine demokratische Republik zu errichten, in der das württembergische Volk selbst über seine Zukunft bestimmen konnte. Im Verein mit den Arbeiter- und Soldatenräten gelang es, die spartakistischen Putsche vom Winter und Frühjahr niederzuwerfen. Ebenso wurde die von München aus drohende bolschewistische Gefahr glücklich von Württemberg abgewehrt.“
 

Wilhelm Blos (1849-1927)

I
m hohen Alter von siebzig Jahren wurde der Journalist, Revolutionsgeschichtsschreiber und markante Unterstützer der Frauenbewegung Wilhelm Blos im Frühjahr 1919 zum ersten demokratischen Staatspräsidenten Württembergs gewählt. Als reformorientierter Sozialdemokrat und auf Ausgleich bedachter Bündnispartner der bürgerlichen Parteien wandte er sich nicht nur gegen die radikalen Linken – er legte auch besonderen Wert auf eine möglichst friedliche Auflösung der revolutionären Situation im Nachfeld des Ersten Weltkrieges. Seine Hauptaufgabe sah er darin, „das Land vor der drohenden Anarchie und der Diktatur einer gewalttätigen Minderheit zu bewahren“ und auf „den Trümmern der alten Monarchie […] eine demokratische Republik zu errichten, in der das württembergische Volk selbst über seine Zukunft bestimmen“ konnte.

Er legte sein Amt nieder, nachdem die Sozialdemokraten im Juni 1920 eine empfindliche Wahlniederlage erlitten hatten – und zog sich danach zunehmend in den Altersruhestand zurück. Er starb am 6. Juli 1927 in Stuttgart.

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